Die GmbH & Co. KG

Größter Vorteil und Hauptgrund

….ist die Verminderung des Haftungsrisikos für beteiligte Privatpersonen. In einer normalen KG haftet der Komplementär unbegrenzt und notfalls auch mit seinem privaten Vermögen. Wird diese Privatperson nun durch eine GmbH ersetzt, bedeutet das, dass diese als Komplementär auch haftet. Durch die beschränkte Haftung geschieht dies allerdings lediglich mit dem Gesellschaftsvermögen; jegliche an der GmbH beteiligte Gesellschafter müssen keine Privathaftung befürchten.

Für die Gründung einer KG muss – anders als bei der GmbH – theoretisch kein Gesellschaftsvertrag in schriftlicher Form aufgesetzt werden.

Verringerte Steuerrisiken

Die Kommanditgesellschaft (KG) ist eine Personengesellschaft und hat steuerlich einen ganz anderen Charakter als die GmbH als Kapitalgesellschaft. Ein daraus entstehender Vorteil ist ein geringeres Risiko im Umgang mit Finanzämtern und anderen Steuerbehörden. Mit Blick auf die Rechtsprechung vergangener Jahre werden GmbHs mit unsauberer Buchführung häufig „verdeckte Gewinnausschüttungen“ unterstellt. Als Personengesellschaft kennt die KG keine verdeckten Gewinnausschüttungen; es besteht dahingehend ein geringeres Risiko mit Blick auf eventuelle Betriebsprüfungen.

Allgemeine Steuervorteile

Nicht nur formell, sondern auch mit Blick auf das tatsächliche Vermögen kann die GmbH & Co. KG Steuervorteile bieten. So ist die Besteuerung in der Personengesellschaft immer dann niedriger als in der Kapitalgesellschaft, wenn Gewinne an Gesellschafter fließen sollen.

Zudem bietet die KG einen Gewerbesteuer-Freibetrag von 24.500 €, den es in der GmbH nicht gibt. In den Gewerbesteuerverhältnissen der Stadt Berlin ergibt dies bspw. eine effektive Differenz von ca. 3500 € zwischen den Steuerabgaben einer KG und einer GmbH. Auch im Fall von Finanziellen Verlusten ist die GmbH & Co. KG der reinen GmbH überlegen. Während in der GmbH Verluste stets bestehen bleiben und lediglich im Geschäftsjahr vor- oder zurückgetragen werden können, ist es in der GmbH & Co. KG möglich, Verluste mit den Einkünften der Gesellschafter zu mindern und somit gleichzeitig deren Einkommensteuer zu senken.

Weniger Bürokratie in vielen Fällen

Viele Abläufe in der GmbH & Co. KG bedürfen weniger Bürokratie als in der GmbH. So ist etwa für den Wechsel von Kommanditisten bzw. Gesellschaftern keine notarielle Bestätigung nötig, was gleichzeitig Kosten und Zeit spart. So ist es beispielsweise relativ problemlos, besonders qualifizierte Persönlichkeiten durch rasche Aufnahme als Kommanditist an die Gesellschaft zu binden und ihnen zudem einige Vorteile der Selbstständigkeit zu bieten, da Kommanditisten steuerlich gesehen als eigenständige Unternehmer gelten.

Nachteil: Mehr Verwaltungsaufwand?

Eine GmbH & Co. KG besteht essentiell aus zwei Unternehmen, die miteinander korrespondieren und interagieren. Dadurch erhöhen sich Verwaltungsaufwand und -kosten. Oftmals lassen sich die administrativen Mehrkosten nur durch Verwendung modernster Verwaltungstechniken und -methoden wie komplexe Computeranlagen und IT-Systeme sehr gering halten, sodass mit einem erhöhten Aufwand und größeren Verwaltungskosten stets gerechnet werden muss. Grundsätzlich unterscheiden sich Notar- und Steuerberatungskosten zwischen der GmbH und GmbH & Co. KG für einzelne Aufgaben wie Beurkundungen oder die Aufstellung eines Jahresabschlusses kaum. Durch die Verknüpfung zweier Unternehmen fallen bei der letzteren Rechtsform für gewöhnlich jedoch schlicht mehr solcher Aufgaben an, die in leicht erhöhten Ausgaben für Notare und Steuerberater resultieren können. Entscheidend ist hier jedoch stets der Einzelfall und die individuelle Gestaltung der GmbH & Co. KG.

Welche Rechtsform ist besser?

Falls Sie ein Unternehmen mit hohen Gewinnen, die i.d.R. nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, sondern in die Gesellschaft reinvestiert werden sollen, führen, eignet sich die GmbH oft besser als die Rechtsform der GmbH & Co. KG.

Andernfalls kann jene attraktive Steuervorteile und andere Begünstigungen bieten; bringt zumeist aber auch einen höheren Aufwand, vor allem in der Verwaltung und Administration, mit sich.